City Gate

Konzept für eine Toranlage am Moscheenkomplex von Medina

Schon für die zweite saudische Erweiterung der höchst bedeutenden Prophetenmoschee und Grabstätte Mohammeds hatte SL Rasch in den frühen 1990er Jahren große fahrbare Kuppeln zur Klimatisierung der Innenhöfe realisiert. Als Abschluss der erneuten Erweiterung ist eine majestätische Toranlage geplant. SL Rasch wurde beauftragt, einen Entwurf für die zwei zirka 500 Meter hohen Türme zu erarbeiten.

Um der Erweiterung der Moschee auch visuell Ausdruck zu verleihen, schlug SL Rasch vor, traditionelle Architekturelemente mit innovativen Technologien so zu verbinden, dass die Wolkenkratzer an Minarette erinnern. Zentrales Gestaltungselement sind stilisierte Maschrabiyya – dekorative Holzgitter, die in der traditionellen islamischen Architektur als Fenster- oder Balkonverkleidungen sowie als Schranken in Moscheen dienten. Sie erlauben unter anderem den Blick nach draußen, ohne selbst sichtbar zu werden, und schützen vor direkter Sonneneinstrahlung.

Das Maschrabiyya-Fassadensystem der Wolkenkratzerentwürfe macht sich diesen Vorteil zunutze: Es verbindet die gute Verschattungswirkung mit der in der Region besonders wichtigen Windlastverminderung und bietet zugleich ein wiedererkennbares einzigartiges Design. Die als Rohr-in-Rohr-Prinzip konzipierte Hauptstruktur bietet außerdem die Möglichkeit, einen vertikalen Hohlraum zu schaffen. Er intergiert das Konzept des islamischen Innenhofes in die Türme und sorgt für eine natürliche Belüftung und Durchlichtung. Die strukturell effizienteste und kostengünstigste Lösung – und ein Entwurf, der sich ästhetisch wie funktional gut an den regionalen Kontext anpasst.

Wolkenkratzer in Minarettform

Die beiden Türme beherbergen Hotels, Einkaufszentren, Büros und Wohnungen. Außerdem stehen große Flächen als öffentliche Himmelslobbys zur Verfügung und bieten einen atemberaubenden Blick auf die Moschee und die Stadt Medina. Die Spitzen der Türme werden von Himmelsgärten gekrönt – ein Naturraum inmitten eines Meeres aus Stein und Beton.

Lokale Tradition zeitgemäß interpretiert

Die große Toranlage schließt den Moscheekomplex zur Stadt hin ab und bezieht sich mit den Maschrabiyya-Verkleidungen auf ein traditionelles Element islamischer Architektur.